St. Georg Klosterkirche Lippoldsberg

 

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Klosterkirche Lippoldsberg

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Innensanierung der Klosterkirche

Bauabschnitt 2007 - 2008

Die Kirche wird in 2007 (und 2008) innen abschnittsweise eingerüstet, damit Decken und Wände komplett saniert werden können.

Lippoldsberg - Blick von der Nonnenkrypta in die eingerüstete Klosterkirche
Mai 2007 - Blick von der Nonnenkrypta in die eingerüstete Klosterkirche

Die Tür bleibt offen!

Damit unsere Besucher nicht vor verschlossenen Türe stehen, halten wir diesen Eingangsbereich auch während der Bauarbeiten offen. Wir möchten Ihnen so die Gelegenheit bieten, sich über die Klosterkirche und die Renovierung zu informieren.

Wir bitten Sie aber, die Absperrungen zu respektieren - auch im Interesse Ihrer eigenen Sicherheit.

Gewölbe

Die Risse im Gewölbe, die im Wesentlichen durch Schäden am Dachstuhl entstanden sind, werden saniert. Bislang waren hier durch kosmetische Putz-Ausbesserungen die Schäden nur vertuscht worden. Probeöffnungen haben gezeigt, dass unter den Haar-Rissen die Gewölbesteine zum Teil 4-5 cm auseinanderklaffen. Das wahre Ausmaß der Schäden ist also zunächst einmal freizulegen. Dann werden die Steine wieder kraftschlüssig ausgekeilt und verfugt.

Klosterkirche Lippoldsberg - Das Mittelschiff ist bis unter das Gewölbe eingerüstet
Mai 2007 - Das Mittelschiff ist bis unter das Gewölbe eingerüstet

Ist die Unterseite der Gewölbe auf diese Weise wieder fest geschlossen, wird an diesen Stellen von oben her Mörtel ausgegossen, um auch die darüber liegende Hohlräume aufzufüllen.

Wandsanierung

Im unteren Bereich der Wände sind verschiedene ältere Maßnahmen zu erkennen, mit denen man in der Vergangenheit versucht hat, Feuchtigkeit aus dem Innenraum fernzuhalten. So wurden die Wände der Länge nach aufgesägt und mit Teerpappe isoliert, zum Teil wurden auch Drainage-Röhren eingebaut. In den 70er Jahren wurde bis in zwei Meter Höhe ein zementhaltiger Sperrputz aufgebracht.

Lippoldsberg - unverputzte Südwand (innen)
Derzeit ist die Südwand im unteren Bereich zur Entlüftung unverputzt.

Gemeinsam ist all diesen Maßnahmen eines: Sie haben wenig genutzt und dem Gebäude eher geschadet. Sandstein ist ein wasserdurchlässiges Material. Man kann versuchen, das Eindringen von Feuchtigkeit zu reduzieren. Aber ist erstmal Feuchtigkeit in der Wand, darf sie nicht abgesperrt werden, sondern muss zirkulieren, um wieder herauszukommen.

Der Zementputz aus den 70er Jahren wurde inzwischen entfernt, die verstopften Drainagen ausgebaut und die Lücken wieder kraftschlüssig vermauert. Beim Neuverputzen der Wände wird im Sockelbereich eine ca. 30 cm hoch Atmungszone unverputzt gelassen, um eine Verdunstung aufsteigender Feuchtigkeit zu erleichtern.

Wasserführung (südliches Gelände) zur Trockenlegung der Wände

Um die Sockelzone der Basilika möglichst trocken zu halten, wird das Pflaster des um die Kirchen herumlaufenden Traufstreifens neu verlegt. Bislang versickerte das meiste Wasser, bevor es die Abflüsse erreichte. Jetzt wird es in einer Rinne gesammelt und vom Gebäude weggeleitet. Bei dieser Gelegenheit wird auch der umlaufende Sockel, das sog. Gandersheimer Profil, saniert.

Lippoldsberg - Graben um die Kirche
Das Gefälle zur Kirche hin schafft Feuchtigkeitsprobleme.

Zu den Trockenlegungsmaßnahmen gehört auch eine leichte Absenkung des Geländeniveaus im Kirchgarten. Bislang steigt der Boden zur Kirche hin seltsamerweise leicht an, um dann fast grabenartig abzufallen. Dadurch entsteht ein Wasserdruck in Richtung auf das Bauwerk. Jetzt soll die oberste Schicht des Geländes angetragen werden, so dass die Kirche auf einer ebenen Fläche zu stehen kommt.

Infolge der Geländeabsenkung kann vor allem die südwestliche Türschwelle wieder auf ihr ursprüngliches Niveau runtergesetzt werden; eine Eingangsstufe fällt weg und das Portal erscheint dann wieder in seinen richtigen Proportionen.

Sanierung des Kirchwegs

Infolge der Geländeabsenkung wird auch der bisherige Weg, der keinen sicheren Unterbau hatte und ein Sicherheitsrisiko darstellte, neu gepflastert. Dabei wird auch für einen behindertengerechte Zugang zum südöstlichen Querhaus gesorgt.

Lippoldsberg - Graben um die Kirche
Der Weg zur Kirche verläuft jetzt linear. Mit großzügen Plätzen
vor den Eingängen soll hier mehr Raum geschaffen werden.

In diesem Rahmen ist der Förderverein der Klosterkirche Lippoldsberg aktiv geworden und hat in Absprache mit dem Kirchenvorstand den Worpsweder Gartengestalter Philipp Uphoff um die Gestaltungspläne für die neue Wegelegung und des Kirchgartens gebeten.

Information zu den Plänen für den Kirchgarten »»

Wandrenovierung

Bei der Renovierung der Wände soll die lebendige Oberfläche des Putzes bewahrt bzw. wiederhergestellt werden. Wo Wandoberflächen zu erneuern sind, wird der Putz nicht völlig plan, sondern mit einer leichten Oberflächenstruktur aufgebracht.

Lippoldsberg - Risse in den Wänden der Klosterkirche
Die bisherige Farbgestaltung bleibt erhalten.

Der bisherige Anstrich wird gereinigt und nur transparent mit neuer Farbe überzogen, so dass die Schattierungen der Farbgestalt erhalten bleiben. Die zum Teil unterschiedliche Färbung verschiedener Wandbereiche wird jedoch ausgeglichen.

Die leichte Farblasur der Natursteine wurde im Laufe der Jahre in den unteren Bereichen teilweise abgerieben. Auch an einigen unzugänglichen Stellen hat sie sich infolge von Feuchtigkeitsschäden abgelöst. Wo die Steinstrukturen nur in Illusionsmalerei aufgetragen sind, hat sich die Farbe infolge des Kasein-Anteils stellenweise abgelöst. Diese Schäden werden behoben, so dass die farbliche Fassung der Raumschale wieder in den Zustand versetzt wird, der im Zuge der letzen Renovierung vor 50 Jahren erstellt wurde.

Fußboden und Sitzflächen

Im Fußboden werden schadhafte Sandsteinplatten ersetzt, auch die laut klappernden Heizungsgitter sollen durch gusseiserne ersetzt werden. Bei den Arbeiten im Bodenbereich werden brüchige Stromkabel erneuert.

Lippoldsberg - Blick von der Nonnenkrypta in die eingerüstete Klosterkirche
April 2007 - Im ausgeräumten Mittelschiff werden die Bodenschäden sichtbar.
Bevor das Gerüst gebaut wurde zeigten sich viele Besucher von der Weite des Raums beeindruckt.

Die Kirchenbänke im Hauptschiff werden überarbeitet und nach der Renovierung wieder eingebaut. In den Querhäusern soll es keine Bankblöcke mehr geben; hier wird eine bewegliche Bestuhlung den vielfältigen Nutzungsanforderungen besser gerecht.

Beleuchtung

Angesichts der anstehenden Sanierung der Wände muss auch die Frage der Beleuchtung neu überdacht werden. Leitgedanke ist dabei, dass die Grundbeleuchtung so wenig wie möglich in Erscheinung treten soll. Die Wandlampen in den Querhäusern, die in die romanische Architektur eingreifen, soll es nicht mehr geben. Auch Pendelleuchten, wie sie in den Seitenschiffen hingen, sollen vermieden werden.

Lippoldsberg - Hell erleuchtete Klosterkirche
Bisher beleuchtet bis in den letzten Winkel - doch in Zukunft
wird die Kirche in ein Spiel aus Licht und Schatten getaucht.

Ein anderer Grundgedanke ist, nicht mit künstlichem Licht die Nacht zum Tag zu machen, sondern den Charakter der nächtlichen Basilika zu waren. Im Mittelalter konnte die Kirche nur mit Kerzen erhellt werden. Das Licht war am Boden, die Gewölbe blieben im Halbdunkel. Entsprechend sieht das neue Beleuchtungskonzept vor, das Licht dort zu konzentrieren, wo es von den Menschen gebraucht wird: also Lampen vor allem in die Bänke einzuarbeiten. Das ist mit moderner LED-Technik unauffällig möglich. Auch das übrige Licht bleibt "am Boden"; Wände und Gewölbe werden nicht direkt angestrahlt.

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