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Das Wort "Küster" kommt von dem lateinischen "custodes" (= Wächter). Der Küster ist also der, der den Raum bewacht, der die Türen auf- und zuschließt zur rechten Zeit. Damit ist der Küster auch derjenige, der über die Zeit wacht: Das Stellen der Turmuhr und das Läuten sind seine Aufgaben, die im Westbereich der Kirche abspielen. Seit Einbau der Warmluftheizung gehört auch das Heizen in den Verantwortungsbereich des Küsters. Im Kloster war der Küsterdienst eine ganz wichtige Aufgabe. Klöster sind geradezu dadurch definiert, dass an der Pforte bewusst kontrolliert wird, was hinein und hinausgeht: lat. claustrum = abgeschlossener Bereich. In einem Frauenkloster waren die Klausurvorschriften vor allem im 12. und 13. Jh. besonders streng. Die Nonnen verließen den geschlossenen Bereich niemals, und selbst die Priorin durfte das Klostergebäude nur verlassen, wenn ihre Anwesenheit außerhalb unbedingt notwendig war. Das Küsteramt, das stets einen gewissen Kontakt mit der Aussenwelt mit sich brachte, wurde darum in Lippoldsberg zunächst von einem Manne verwaltet. Vom August 1253 ist bekannt, dass ein Küster H. zum Klosterkonvent gehörte. Eine Urkunde vom 20. Juni 1279 wurde von einem Priester und Küster Dietrich unterzeichnet (evtl. identisch mit dem späteren Klosterpropst Dietrich II.). Erst im 15. Jahrhundert begegnen uns auch Nonnen als Trägerinnen dieses Amts. Zum Beispiel wird am 11 März 1436 Ilse Ewerwein als Lippoldsberger Küsterin erwähnt. Jetzt wird mit viel Freude und Engagement der Küsterdienst an der Klosterkirche seit Jahren von Helmut Rüggeberg wahrgenommen. Er weiß dieser Aufgabe eine sportliche Komponente abzugewinnen: Ohne die täglichen Radfahrten zur Kirche, das ständige Ringen um Reduzierung der Luftfeuchtigkeit, die 2-3 Turmbesteigungen pro Woche oder die Gespräche mit Besuchern, würde ihm etwas fehlen.
Unvergessen sind aber auch Amtsvorgänger wie Willi Brackmann und August Driehorst, der das Küsteramt 60 Jahre lang inne hatte.
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