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In der Mitte der Zeit,
Interpretation Weihnachten - das Fest der Menschwerdung Gottes, ja der Fleischwerdung. Gott ist nicht fern, in einem abstrakten Ideenhimmel zu finden, sondern im Schoß der Erde, in der Höhle der Tiere, im Schoß einer Frau, im Körper eines Kindes. Der Materialismus, der an Weihnachten so oft beklagt wird, gehört zum Wesen dieses Festes, nur in einem viel tieferen Sinn. Alle Jahre wieder gehen wir mit den Hirten und den Weisen zur Krippe, um Gottes Sohn zu sehen. Was wir zu sehen bekommen, ist ein Kind. Nichts Besonderes ist an ihm, außer vielleicht, dass es besonders ungeschützt, nackt und bloß ist und von zweifelhafter Herkunft. Aber die Christen sagen, es ist Gottes Kind, und geben dem Kind damit eine ungeheure Würde. Das Höchste, das Wichtigeste, Erstrebenswerteste sind nicht Reichtum, Macht oder großes Wissen. sondern das Neugeborene, das Leben selbst. Weihnachten erzählt davon, wie wunderbar es ist, zu leben, Mensch zu sein, menschlich zu werden. Das klingt so einfach, und ist doch schwierig. Es ist ein Geheimnis. Ein Geheimnis ist kein Rätsel, an dem man herumknobeln muss, um es zu lösen - und dann wäre es kein Rätsel mehr. Ein Geheimnis liegt offen vor aller Augen. Man kann es immer wieder anschauen, ohne je damit fertig zu werden. Und wenn wir auf das Kind schauen, werden wir - wie in einem Spiegel - den schlichten, einfachen Menschen auch in uns entdecken.
Lied: Lobt Gott, ihr Christen alle gleich (EG 27) 1. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich, in seinem höchsten Thron, 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und gering 4. Er wechselt mit uns wunderlich: Fleisch und Blut nimmt er an 5. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel sein! 6. Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis;
Liturgisches Brauchtum Weihnachten ist - im Vergleich mit dem Osterfest - eine recht späte Bildung (zum ersten mal belegt im Jahr 336). Der 25. Dezember gibt denn auch nicht den historischen Geburtstag Jesu wider, sondern nimmt ein kosmisches Datum auf. In Rom, der für die westlichen Kirche maßgeblichen Metropole, wurde bis ins vierte Jahrhundert an diesem Tag ein Winter-Sonnenwendfest begangen. Die Christen nahmen die Symbolik vom Sieg des Lichtes über die Dunkelheit auf, um das Mysterium der Geburt des Gottessohnes darzustellen. Um dem Weihnachtsfest eine liturgisch besonderes reiche Gestalt zu verleihen, begründete Papst Gregor I (+ 604) die Sondertradition der "drei Messen", die das sich Ausbreiten der Weihnachtsbotschaft nachzeichnen sollten:
Wenn auch in der Reihenfolge verändert, so scheint doch dieser Dreischritt von Themen bzw. "Atmosphären" in den drei wichtigsten Gestaltungsformen noch immer nachzuklingen:
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